Dieses langsam geschmorte Rindfleischragout besticht durch zarte Fleischstücke, die in einer würzigen Tomatensauce mit Kräutern und Rotwein lange gegart werden. Mit Karotten, Sellerie und Knoblauch entsteht eine aromatische Basis, die perfekt zu Pasta oder cremiger Polenta passt. Das Gericht benötigt Geduld, belohnt aber mit intensiven, vollmundigen Aromen und einer samtigen Konsistenz. Ideal für genussvolle Mahlzeiten im Familienkreis oder festliche Anlässe.
Ich stand in meiner Küche an einem verregneten Novembernachmittag und wollte etwas kochen, das die ganze Wohnung wärmen würde. Ich hatte ein großes Stück Rindfleisch im Kühlschrank und erinnerte mich an ein italienisches Ragù, das eine Freundin mir Jahre zuvor beschrieben hatte. Es roch nach Tomaten, Rotwein und Geduld. Stundenlang köchelte es leise vor sich hin, während draußen der Regen gegen die Fenster prasselte. Seitdem ist dieses Gericht mein Rückzugsort an kalten Tagen.
Ich habe dieses Ragù zum ersten Mal für Freunde gekocht, die nach einem langen Arbeitstag zu Besuch kamen. Wir saßen um den Küchentisch, während der Topf noch leise blubberte, und ich servierte es über breiten Pappardelle-Nudeln. Niemand sagte viel – nur das Klappern der Gabeln und zufriedenes Seufzen füllten den Raum. Eine Freundin fragte nach dem Rezept, und ich musste lachen, weil ich es selbst erst wenige Male gemacht hatte. Aber genau so wurde es zu meinem Signature-Gericht.
Ingredients
- 1,2 kg Rinderschulter, in große Würfel geschnitten: Dieses Stück Fleisch wird durch langes Schmoren butterweich und gibt der Sauce unglaublich viel Geschmack. Schneide die Würfel nicht zu klein, sie zerfallen später von selbst.
- 2 Esslöffel Olivenöl: Verwende ein gutes, fruchtiges Olivenöl – es bildet die aromatische Basis für alles, was folgt.
- 1 große Zwiebel, fein gehackt: Sie schmilzt förmlich in der Sauce und gibt eine sanfte Süße, die die Tomaten ausgleicht.
- 2 Karotten, gewürfelt: Sie bringen eine natürliche Süße und eine leichte Erdigkeit mit, die das Ragù runder macht.
- 2 Stangen Sellerie, gewürfelt: Sellerie sorgt für eine feine, fast unmerkliche Würze, die man erst beim zweiten Bissen bemerkt.
- 4 Knoblauchzehen, fein gehackt: Nicht zu früh hinzugeben, sonst verbrennt er – warte, bis das Gemüse weich ist.
- 400 ml Rinderbrühe: Sie verleiht dem Ragù Tiefe und hilft, das Fleisch zart zu schmoren. Selbstgemachte Brühe ist ein Traum, aber gute gekaufte tut es auch.
- 800 g gehackte Tomaten aus der Dose: Die Grundlage der Sauce – ich bevorzuge italienische Tomaten, sie schmecken süßer und weniger säuerlich.
- 150 ml trockener Rotwein: Er gibt der Sauce Komplexität und eine leicht herbe Note. Trink den Rest zum Kochen.
- 2 Esslöffel Tomatenmark: Es intensiviert den Tomatengeschmack und gibt der Sauce eine dunklere, reichere Farbe.
- 2 Teelöffel getrockneter Oregano: Ein Hauch von italienischer Wiese – nicht übertreiben, er soll nur im Hintergrund mitspielen.
- 1 Teelöffel getrockneter Thymian: Thymian bringt eine warme, fast holzige Note mit, die wunderbar zum Rindfleisch passt.
- 2 Lorbeerblätter: Sie geben eine subtile Würze ab, die man nicht benennen kann, aber sofort vermisst, wenn sie fehlt.
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, nach Geschmack: Würze erst am Ende richtig – die Sauce reduziert sich und wird intensiver.
- Frisches Basilikum oder Petersilie, gehackt, zum Garnieren: Ein Spritzer Grün und Frische kurz vor dem Servieren macht alles lebendiger.
- Frisch geriebener Parmesan, zum Servieren: Der salzige, nussige Käse schmilzt in die heiße Sauce und macht jede Gabel perfekt.
Instructions
- Fleisch anbraten:
- Erhitze das Olivenöl in einem großen Schmortopf bei mittlerer bis hoher Hitze. Brate das Rindfleisch in mehreren Portionen rundherum kräftig an, bis es eine tiefe, goldbraune Kruste hat – das dauert etwa 3–4 Minuten pro Seite. Nimm es heraus und stelle es beiseite, die Röstaromen bleiben im Topf.
- Gemüse anschwitzen:
- Reduziere die Hitze auf mittlere Stufe und gib Zwiebel, Karotten und Sellerie in den Topf. Brate das Gemüse 6–8 Minuten, bis es weich wird und leicht Farbe annimmt. Füge den Knoblauch hinzu und lass ihn eine Minute lang duften.
- Tomatenmark und Wein einkochen:
- Rühre das Tomatenmark unter und lass es 2 Minuten anrösten – es wird dunkler und verliert seine rohe Schärfe. Gieße den Rotwein hinzu und schabe mit einem Holzlöffel alle braunen Stückchen vom Boden los. Lass den Wein 3 Minuten köcheln, bis er leicht eingedickt ist.
- Alles zusammenfügen:
- Gib das Fleisch zurück in den Topf. Füge die gehackten Tomaten, Rinderbrühe, Oregano, Thymian, Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer hinzu. Rühre alles gut durch, damit sich die Aromen verbinden.
- Langsam schmoren lassen:
- Bring die Mischung zum sanften Köcheln, dann decke den Topf ab und lass alles bei niedriger Hitze 3 bis 3½ Stunden schmoren. Rühre gelegentlich um – das Fleisch sollte so zart werden, dass es fast von selbst zerfällt.
- Fleisch zerteilen und Sauce eindicken:
- Entferne die Lorbeerblätter und zerteile das Fleisch direkt im Topf mit zwei Gabeln. Falls die Sauce noch zu dünn ist, lass sie ohne Deckel weitere 10–15 Minuten köcheln, bis sie sämig und reichhaltig ist.
- Servieren:
- Richte das Ragù über gekochter Pasta oder cremiger Polenta an. Garniere es mit frischem Basilikum oder Petersilie und streue reichlich frisch geriebenen Parmesan darüber.
An einem Sonntagabend im Winter habe ich eine große Portion Ragù gekocht und den Rest eingefroren. Wochen später, nach einem hektischen Tag, fand ich die Dose im Gefrierfach und wärmte sie auf. Der Duft allein war wie eine Umarmung – ich stand am Herd, rührte langsam um und spürte, wie sich die Anspannung löste. Manchmal ist das Beste an einem Gericht nicht der erste Biss, sondern das Gefühl, dass jemand für dich vorgesorgt hat – auch wenn du es selbst warst.
Was du beachten solltest
Dieses Ragù lebt von der Zeit – je länger es köchelt, desto besser schmeckt es. Ich habe gelernt, dass man es nicht hetzen kann, und genau das macht es zu einem perfekten Sonntagsgericht. Wenn du einen Tag im Voraus kochst, entwickeln sich die Aromen über Nacht noch weiter und das Ragù schmeckt am nächsten Tag fast magisch intensiv. Bewahre es im Kühlschrank auf und wärme es langsam auf – es wird immer besser.
So kannst du es variieren
Für eine tiefere, fast geheimnisvolle Note kannst du einen Streifen Orangenschale während des Schmorens mitkochen – er gibt eine feine Zitrusnote, die kaum wahrnehmbar ist, aber alles hebt. Wenn du es schärfer magst, füge eine Prise Chiliflocken hinzu. Ich serviere es am liebsten mit breiten Pappardelle-Nudeln, aber über cremiger Polenta ist es wie eine warme Decke auf einem Teller. Probiere auch Rigatoni – die Sauce bleibt in den Röhrchen hängen und jede Gabel wird zu einem kleinen Fest.
Aufbewahrung und Einfrieren
Das Ragù hält sich im Kühlschrank bis zu vier Tage und wird jeden Tag besser. Ich friere es in portionierten Dosen ein – so habe ich immer ein schnelles, echtes Essen zur Hand. Beim Auftauen am besten über Nacht im Kühlschrank, dann langsam auf dem Herd erwärmen.
- Verwende luftdichte Behälter, um Gefrierbrand zu vermeiden.
- Beschrifte die Dosen mit Datum – es hält bis zu drei Monate im Gefrierfach.
- Wenn du nur für zwei Personen kochst, halbiere die Menge oder friere den Rest sofort ein.
Jedes Mal, wenn ich dieses Ragù koche, erinnere ich mich daran, dass gutes Essen nicht kompliziert sein muss – es braucht nur Zeit, Geduld und ein bisschen Liebe. Ich hoffe, es wärmt deine Küche und deinen Tisch genauso wie meinen.
Fragen & Antworten zum Rezept
- → Wie sorgt man für besonders zartes Fleisch?
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Das langsame Schmoren bei niedriger Temperatur über mehrere Stunden löst das Kollagen auf, wodurch das Fleisch saftig und zart wird.
- → Welche Beilagen passen am besten dazu?
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Pasta wie Tagliatelle oder Rigatoni sowie cremige Polenta harmonieren wunderbar mit dem reichhaltigen Ragout.
- → Kann man das Gericht vorbereiten und aufbewahren?
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Ja, das Ragout schmeckt am nächsten Tag oft noch intensiver und lässt sich gut einfrieren.
- → Welche Gewürze verleihen dem Ragout das typische Aroma?
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Oregano, Thymian, Lorbeerblätter sowie frischer Basilikum oder Petersilie im Finish sorgen für die charakteristische Würze.
- → Wie dickt man die Sauce optimal ein?
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Nach dem Schmoren lässt man die Sauce offen noch einige Minuten köcheln, damit sie durch Reduktion sämig wird.